Wohnjournal 02/2018 - page 8

Ein Wort zur Datenschutzgrundverordnung
Liebe Mitglieder,
bevor ein Jahr zur Neige geht, beginnt man zu-
rückzublicken.
Am 25. Mai 2018 trat die europäische Daten-
schutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft. Seit
mehreren Jahren ist das Datum der Einführung
bekannt gewesen.
Nun wird die Verordnung als ein Gesetz verkauft,
wo der persönlichen Selbstbestimmung nachge-
kommen wird. Leider trifft das nicht zu. Die Da-
tenfischer unserer Zeit spionieren uns auch wei-
terhin jeden Tag aus. Die Perfektion dabei nimmt
ständig zu. E
-
Mails, Telefongespräche, besuchte
Internetseiten, ja selbst Fahrten in den Nachbar-
ort oder in die Stadt, zum Arzt oder an die Tank-
stelle werden protokolliert und gespeichert. Dies
wird getan um daraus materiellen Profit zu schla-
gen. Auch nach Einführung der DSGVO hat sich
daran nichts geändert. Wer geglaubt hat, da wür-
de sich etwas grundlegend ändern, der irrt.
Dafür darf der Arzt die Patienten nicht mehr mit
Namen aufrufen und der Sportverein darf nicht
mehr wie bisher Mannschaftsfotos veröffentli-
chen. Die Genossenschaft darf in der Mitglieder-
zeitung nicht mehr unter Angabe des Geburtsta-
ges und Geburtsjahres gratulieren. Auch die an
unsere Mitglieder gereichten Glückwünsche zum
Geburtstag mit einer Geburtstagskarte werden
ab Januar 2019 entfallen. Zur jährlichen Mitglie-
derversammlung haben wir stets, den Namen
der in den letzten 12 Monaten verstorbenen Mit-
glieder und Partner genannt und mit einer
Schweigeminute unserer Toten gedacht. Das tun
wir nicht mehr.
Sollten wir diesen Unsinn einfach ignorieren?
Das werden wir nicht tun, denn drastische Stra-
fen drohen. Es gibt Anwälte die auf leicht ver-
dientes Geld warten. Dabei muss dem Beschul-
digten kein Vergehen nachgewiesen werden,
sondern er muss seine Unschuld beweisen.
Viele Jahrzehnte Rechtsgeschichte werden vom
Tisch gewischt und uralte Rechtsgrundsätze
übergangen. Auch in der Geschäftsstelle der WG
schlagen wir uns mit dieser Bürokratie herum.
Über die Kosten wird nicht gesprochen. Es wird
sehr viel über den Bürokratieabbau geredet, die
Praxis zeigt das Gegenteil. Übrigens sind wir in
der Vergangenheit jederzeit vorbildlich mit den
Daten aller Mitglieder umgegangen.
Der Vorstand einer Genossenschaft hat nicht die
vordergründige Aufgabe, sich über Politik und
Gesellschaft auszulassen. Die gesamte Proble-
matik betrifft jedoch unsere tägliche Arbeit und
wirft natürlich einen Schatten auf den sehr erfolg-
reichen Weg unserer Wohnungsgenossenschaft
Lengefeld
-
Pockau eG.
Die Entwicklung der Wohnungsgenossenschaft
Lengefeld
-
Pockau sehe ich sehr positiv. Wir ha-
ben auch im Jahr 2018 viel getan und die Woh-
nungen, die Wohngebäude sowie das Wohnum-
feld haben sich weiter verbessert. Wer nach
mehr als 55 Jahren endlich einen Balkon nutzen
kann, auf dem auch ausreichen Platz vorhanden
ist, sollte unserer Zeit auch was Positives abge-
winnen können. Längst haben wir jedoch noch
nicht alles erreicht. Für die nächsten Jahre gibt
es viele Maßnahmen, die umgesetzt werden
müssen.
Die Mitarbeiterinnen und ich bemühen sich sehr
die Aufgaben schnell und unkompliziert zu erledi-
gen. Dazu braucht man zuverlässige Partner im
Handwerk. Wenn ich in der Presse lese, dass bei
Reparaturen teils bis zu mehreren Wochen auf
einen Handwerker gewartet werden muss, dann
kann ich das für unsere Genossenschaft zum
Glück nicht bestätigen. Bei allen Geschäftspart-
nern und ihren Mitarbeitern möchte ich mich für
die unkomplizierte und partnerschaftliche Zu-
sammenarbeit im Jahr 2018 ganz herzlich be-
danken.
Gunter Schröter
Vorstand
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Vorsitzender
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