Mitgliederjournal_2017_01 - page 3

Vorwort des Vorstandes
Vom Vorstandsvorsitzenden Gunter Schröter.
Liebe Mitglieder, liebe Ehe
-
und Lebenspartner,
die täglichen Nachrichten liefern derzeit kaum
erfreuliche Schlagzeilen. Dabei ist es gleich, ob
es sich um nationale oder internationale Meldun-
gen handelt.
Die Welt verändert sich rasant, jedoch oftmals
nicht zu unserem Vorteil. Terror und Angst be-
stimmen den Alltag in vielen Ländern Europas
und darüber hinaus.
In unserer Wohnungsgenossenschaft Lengefeld
-
Pockau eG stehen wichtige Entscheidungen an,
die wir Vorstände treffen müssen. Niemand kann
uns diese Entscheidungen abnehmen.
Wer die schwierige Situation auf dem Woh-
nungsmarkt kennt, kann dies gut nachvollziehen.
Zukünftig wird sich dies hier im Erzgebirge nicht
verbessern. Im Gegenteil, mit zunehmenden
Rückgang der Bevölkerungszahlen wird es eine
Palliativentwicklung geben.
Sieht man sich bei uns um, kann ein realistischer
Betrachter feststellen, dass wir in dieser Entwick-
lung längst mittendrin sind. In der Politik hört
man das öffentlich nicht sehr gerne. Die vorlie-
genden Studien der Wohnungswirtschaft sind
aus meiner Sicht präziser, realistischer und ge-
ben keine Träumereien wieder.
Nun gehöre ich nicht zu den Schwarzmalern in
der Gesellschaft, doch der Realität muss man in
die Augen schauen.
Die Nachfrage nach anderen Grundrissen, auch
nach größeren Wohnungen ist selbstverständlich
vorhanden. Belegen dann unsere Mitglieder aus
den vorhandenen Wohnungen den neu entstan
-
denen Wohnraum und im Bestand haben wir
dann den Leerstand?
Haben wir da was gekonnt? Wollen wir neue
Wohnungen schaffen oder bauen wir unsere Be-
stände um?
Derzeit ist der Neubau von Wohnungen so teuer
wie noch nie. Trotz historisch niedriger Zinsen ist
kostendeckender Neubau mit einer Nettokaltmie-
te unter 8,50 Euro/m² Wohnfläche nicht möglich.
Wohin sich der Zinssatz nach 10 Jahren Zinsbin-
dung entwickelt, kann niemand vorhersagen. Die
Baupreise sind enorm gestiegen und steigen
weiter kräftig an. Die Gründe hierfür sind vielfäl-
tig (hohe Anforderungen im energetischen Be-
reich, Lohnentwicklung im Baugewerbe, Kraft-
stoffkosten, steigende Löhne bei Baustoffprodu-
zenten durch den Mindestlohn und Fachkräfte-
mangel in den Handwerksbetrieben usw.).
Aus diesem Grund favorisiere ich Grundrissver-
änderungen, Zusammenlegung von Wohnungen,
ja einfach Umbauten und Anpassungen im vor-
handenen Wohnungsbestand. Hier in Pockau
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Lengefeld stellt sich die Situation eben völlig an-
ders dar als in den Schwarmstädten Leipzig,
Dresden oder in Freiberg.
Die Einkommenssituation, der Bevölkerungs-
rückgang in unserer Region und das zukünftige
Rentenniveau spielen für mich bei allen Überle-
gungen eine entscheidende Rolle.
Falsche Entscheidungen, die getroffen werden,
sind auch für eine Wohnungsgenossenschaft,
vor allem für eine kleine Genossenschaft nur
schwer oder nicht zu korrigieren.
Ihr
Gunter Schröter
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