Mitgliederjournal 2/2017 - page 11

Schauen wir genug auf unsere Mitbewohner
Wenn der Nachbar nicht gesehen wird.
Liebe Mitglieder,
es ist schön, wenn hochbetagte Menschen ein
selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier
Wänden führen können.
Auch wenn mancher Handgriff im Alltag nicht
mehr so leicht fällt, wie in jungen Jahren, wird
der Tagesablauf mit viel Kraft und Elan bewältigt.
Ist der Partner dabei, kümmert man sich gemein-
sam um die tägliche Arbeit im Haushalt.
Wer im hohen Alter allein in der Wohnung lebt,
hat oftmals außer den Mitbewohnern, keinen an-
deren Ansprechpartner vor Ort.
Die Kinder wohnen teilweise mehrere Autostun-
den entfernt, da ihnen die Situation auf dem Ar-
beitsmarkt in unserer Region keine andere Wahl
gelassen hat.
Nun kommt es leider immer wieder vor, dass
nicht alle Signale von den Mitbewohnern gleich
wahrgenommen werden. In den Hausgemein-
schaften ist dies allerdings auch sehr verschie-
den.
Wenn an die Mitarbeiter der Geschäftsstelle der
Wohnungsgenossenschaft herangetreten wird,
weil man in Sorge ist, dass einem Mitbewohner,
den man tagelang nicht gesehen hat, etwas zu-
gestoßen sein könnte, bestehen große Ängste.
Die Recherche beginnt und man befragt die Mit-
bewohner.
Bei der Anonymität in den Großstädten wird dies,
teilwiese mehrere Monate lang, nicht bemerkt.
Keinem fällt etwas auf.
Es gibt jedoch Anzeichen, die auf ein Unglück,
einen Unfall oder eben auch auf einen Todesfall
hindeuten. Bei einem Unfall, wo jemand verletzt
in der Wohnung liegt, kann unter Umständen
noch Hilfe erfolgen, wenn bestimmte Warnsigna-
le rechtzeitig wahrgenommen werden.
Hierzu zählen tagelang weit geöffnete Fenster,
die auch bei Starkregen oder bei Dauerfrost nicht
mehr geschlossen werden.
Hierzu zählt aber auch ein randvoller und bereits
überlaufender Briefkasten, der über einen länge-
ren Zeitpunkt nicht mehr geleert wurde.
Dies ist ein deutliches und das häufigste Signal,
dass da etwas nicht in Ordnung sein könnte.
Nach einer Nachfrage beim Hausarzt, in den
Krankenhäusern der Region und bei Verwandten
sollte die Polizeidirektion verständigt werden.
In diesem Fall bitte unbedingt auf den Streifen-
wagen warten und nicht eigenmächtig die Woh-
nung öffnen. Das ist sehr wichtig.
Wenn man in einer Hausgemeinschaft, teilweise
seit Jahrzehnten zusammenlebt, sollte es selbst-
verständlich sein auf seinen Nachbarn und Mit-
bewohner zu achten.
Der Austausch der Telefonnummern im Haus
untereinander sollte gängige Praxis sein. Nicht
jeder steht im Telefonbuch und kann somit auch
nicht erreicht werden. Ist man Kunde bei einem
anderen Telefonanbieter, so ist der Telefonein-
trag ebenfalls nicht mehr gegeben.
Die telefonische Erreichbarkeit ist aber so unge-
heuer wichtig.
Informieren Sie bitte die Hausgemeinschaft,
wenn Sie längere Zeit vom Wohnort abwesend
sind.
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